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100 Jahre Margarethe Ottillinger

100 Jahre Margarethe Ottilllinger - wir haben perfekt gefeiert .... und der Lift fähr nun auch - super timing!

 

Hier einige Fotos von unserem Ottillingerfest ...

http://www.georgenberg.work/Foto/index.php?/category/Ottillingerfest&display=small

 

 

Lieben Gruß

Euer Webmaster Robert

Kommentare

Behindertengerechter Zugang zu Jesu Lehre

Vor kurzem hat die Gemeinde am Georgenberg den hundertsten Geburtstag von Margarethe Ottilinger gefeiert. Aus diesem Anlass sei ein Blick auf die Wotruba Kirche in Wien Mauer gestattet.

Die Kirche steht seit mehr als 40 Jahren und beherbergt seit ihrer Gründung eine Christliche Gemeinde.

Diese Gemeinde war von Anfang an sehr aktiv und voller Leben. Es gab und gibt eine ganze Reihe von Aktivitäten und ein sehr lebhaftes Gemeindeleben. Trotz des Handicaps, nur Räume ohne Tageslicht zur Verfügung zu haben. Das Gemeindeleben spielte sich, so gesehen, im Untergrund ab.

Dem abzuhelfen, entstand schon bald nach Gründung der Gemeinde die Idee einer Erweiterung der Unterkirche. In den letzten Jahren kam immer deutlicher der Wunsch, nein die Notwendigkeit eines behindertengerechten Zugangs hinzu.

So entstand vor ca. 8 Jahren das Projekt Lift & Licht & Raum. Obwohl das Projekt vom Bundesdenkmalamt lange Zeit verzögert worden war, freut sich die Gemeinde umso mehr, dass sie heuer zum 100. Geburtstag von Margarete Ottilinger dieses Projekt abschließen und die Erweiterung einweihen zu konnte.

Erweitert wurde die Kirche um einen behindertengerechten Zugang sowie behindertengerechte Nebenräume und einen Saal mit Tageslicht.

Immer wieder stand die Frage im Raum, hat eine so aufwendige Erweiterung eines Gotteshauses für eine maximal mittelgroße Gemeinde in der heutigen Zeit eine Berechtigung?

Zur Beantwortung dieser Frage möchte ich zur Gründungssituation zurückblicken.

Margarethe Ottilinger war nach dem 2. Weltkrieg völlig zu Unrecht von den Sowjets gefangen und in ein Arbeitslager gebracht worden. Sie hat dort vom 1. Tag an für Ihre Rehabilitierung gekämpft und diese letztlich nach 7 Jahren erwirkt.

Nach ihrer Freilassung begann sie sich für die Errichtung eines Gotteshauses zu engagieren. Sie war durch das erfahrene Leid im Arbeitslager zum christlichen Glauben gekommen.

Ich denke, ein solcher Weg zum Glauben steht für jeden offen. Es muss nicht jeder die Erfahrung eines persönlichen Leids durchleben. Ich denke, auch wenn wir das Leid in unserer Umwelt mitfühlend erleben, kann uns dieses Mitleiden zu Betroffenen machen. Und uns so zur Nächstenliebe und zu Christus führen.

In einer schönen, harmonisch gebauten Kirche erleben wir maximal die Größe Gottes aber nie seine Barmherzigkeit. Die kann sich nur äußern, wenn wir Unvollkommenheiten und Verstörendes vorfinden und gefordert sind, damit klar zu kommen.

So wie sich echte Nächstenliebe nur gegenüber dem Feind zeigen kann. Jesus sagt ja selbst: “Was ist es schon Besonderes wenn ihr diejenigen liebt, die Euch Gutes tun? Das machen doch auch die Ungläubigen.“

So gesehen, ist die brutale Gestaltung der Wotruba-Kirche eine reale Herausforderung an unseren Glauben. Sie ist ein Metapher für die Feindesliebe. Wenn wir diese beliebige, chaotische Ansammlung von Betonblöcken als das Haus Gottes annehmen können, dann sind wir nahe dran, jede Ansammlung von Menschen als Gottes Heiliges Volk anzunehmen. Unsere Welt ist die beste aller denkbaren Welten, zeigt Leonhard Bernstein in seiner Oper Candide. Je älter ich werde und je mehr Leid ich erfahren und gesehen habe, umso überzeugter bin ich von der dahinterstehenden Weisheit.

Auch die Gemeinde am Georgenberg ist gefordert, mit dieser bitteren Erkenntnis zu leben. Denn immer mehr Mitglieder Gründergeneration am Georgenberg, müssen heute als Behinderte klarkommen. Die Gemeinde wird so mit der Endlichkeit unseres Lebens, Sonntag für Sonntag konfrontiert. Den Georgenbergern geht viel verloren, wenn diese „Behinderten“ nicht mehr kommen können.

Ich denke, man muss ein gewisses Niveau erreichen, von dem an der Glaube und das Erkennen Gottes Freude macht. Das gelingt manchen in ihrem familiären Umfeld, anderen durch Kontakt zu Gläubigen, wieder anderen durch bittere Erlebnisse in ihrem Leben, so wie eben Margarethe Ottilinger. Gottes Wege sind so vielfältig wie es Menschen gibt.

Zur Erreichung dieses Niveaus ist jede Unterstützung sinnvoll und wünschenswert. Denn je mehr Menschen zum Glauben kommen, umso fruchtbarer wird das Umland für das Wachsen des eigenen Glaubens.

Auf Margarethe zurück zu kommen. Ich denke, für jeden Gläubigen ist es wichtig, nicht nur weise Wegweiser zu treffen, ebenso wichtig ist es, sich mit dem Leid zu konfrontieren. Und dazu helfen behinderte Menschen ohne jedes Zutun. Also ist es für die Gemeinde wichtig, auch den „Behinderten“ den Zugang zu ermöglichen.

Noch ein Gedanke, den ich im Evangelium (Mk 2, 1-12) gefunden habe. Jesus hatte in einem Haus Platz genommen und man brachte Kranke zu ihm. Er hat sie spontan geheilt. Das sprach sich schnell herum und bald war das Haus von Menschen umstellt.

Es kamen auch Menschen mit einem gelähmten Familienmitglied auf einer Tragbahre. Sie hatten keine Chance durch die Menschenmenge zu Jesus zu gelangen. Letztlich kamen sie auf die Idee, auf das Dach zu steigen, einen Teil der Decke wegzunehmen und die Bahre mit dem Kranken zu Jesus hinunter zu lassen. Ein behindertengerechter Zugang war geschaffen. So konnte Jesus auch deren Kranken heilen.

Man sieht, die Idee der Erweiterung der Kirche am Georgenberg um einen Lift wurde schon vor 2000 Jahren vorausgedacht. Wir sind also als Gemeinde gefordert, auch den Behinderten den Kontakt zu Jesus zu ermöglichen. Wir mussten dafür sorgen, dass die älter werdenden Gemeindemitglieder nach wie vor, den Georgenberg erreichen können. Das umso mehr, als wir in einer gesegneten Zeit leben, denn Behinderte werden und müssen sich nicht mehr verstecken. Sie finden zunehmend ihren Platz mitten in unserer Gesellschaft. Und geben so, durch das Ertragen ihrer Behinderung oder ihres Leids, ein wichtiges Zeichen dafür, wie Jesus die menschliche Gesellschaft, in übertragenem Sinne sein Volk Israel gedacht hatte.

Ich denke, Margarethe Ottilinger hat sich über den behindertengerechten Zugang zur Wotruba Kirche gefreut.

Sie hat ja im Zuge der Reflexion des Festes zu ihrem 100ten Geburtstag, der Gemeinde sogar einen Brief aus dem Jenseits zukommen lassen, in dem sie ihre Freude zum Ausdruck gebracht hatte.

Willi Puschmann

Ein dankbares Mitglied der Gemeinde am Georgenberg

Behindertengerechter Zugang zur Lehre Jesu

Vor kurzem hat die Gemeinde am Georgenberg den hundertsten Geburtstag von Margarethe Ottilinger gefeiert. Aus diesem Anlass sei ein Blick auf die Wotruba Kirche in Wien Mauer gestattet.

Die Kirche steht seit mehr als 40 Jahren und beherbergt seit ihrer Gründung eine Christliche Gemeinde.

Diese Gemeinde war von Anfang an sehr aktiv und voller Leben. Es gab und gibt eine ganze Reihe von Aktivitäten und ein sehr lebhaftes Gemeindeleben. Trotz des Handicaps, nur Räume ohne Tageslicht zur Verfügung zu haben. Das Gemeindeleben spielt sich, so gesehen, im Untergrund ab.

Dem abzuhelfen, entstand schon bald nach Gründung der Gemeinde die Idee einer Erweiterung der Unterkirche. In den letzten Jahren kam immer deutlicher der Wunsch, nein die Notwendigkeit eines behindertengerechten Zugangs hinzu.

So entstand vor ca. 8 Jahren das Projekt Lift & Licht & Raum. Obwohl das Projekt vom Bundesdenkmalamt lange Zeit verzögert worden war, freut sich die Gemeinde umso mehr, heuer zum 100. Geburtstag von Margarete Ottilinger dieses Projekt abschließen und die Erweiterung einweihen zu können.

Erweitert wird die Kirche um einen behindertengerechten Zugang sowie behindertengerechte Nebenräume und einen Saal mit Tageslicht.

Immer wieder stand die Frage im Raum, hat eine so aufwendige Erweiterung eines Gotteshauses für eine maximal mittelgroße Gemeinde in der heutigen Zeit eine Berechtigung?

Zur Beantwortung dieser Frage möchte ich zur Gründungssituation zurückblicken.

Margarethe Ottilinger war nach dem 2. Weltkrieg völlig zu Unrecht von den Sowjets gefangen und in ein Arbeitslager gebracht worden. Sie hat dort vom 1. Tag an für Ihre Rehabilitierung gekämpft und diese letztlich nach 7 Jahren erwirkt.

Nach ihrer Freilassung begann sie sich für die Errichtung eines Gotteshauses zu engagieren. Sie war durch das erfahrene Leid im Arbeitslager zum christlichen Glauben gekommen.

Ich denke, ein solcher Weg zum Glauben steht für jeden offen. Es muss nicht jeder die Erfahrung eines persönlichen Leids durchleben. Ich denke, auch wenn wir das Leid in unserer Umwelt mitfühlend erleben, kann uns dieses Mitleiden zu Betroffenen machen. Und uns so zur Nächstenliebe und zu Christus führen.

In einer schönen, harmonisch gebauten Kirche erleben wir maximal die Größe Gottes aber nie seine Barmherzigkeit. Die kann sich nur äußern, wenn wir Unvollkommenheiten und Verstörendes vorfinden und gefordert sind, damit klar zu kommen.

So wie sich echte Nächstenliebe nur gegenüber dem Feind zeigen kann. Jesus sagt ja selbst: “Was ist es schon Besonderes wenn ihr diejenigen liebt, die Euch Gutes tun? Das machen doch auch die Ungläubigen.“

So gesehen, ist die brutale Gestaltung der Wotruba-Kirche eine reale Herausforderung an unseren Glauben. Sie ist ein Metapher für die Feindesliebe. Wenn wir diese beliebige, chaotische Ansammlung von Betonblöcken als das Haus Gottes annehmen können, dann sind wir nahe dran, jede Ansammlung von Menschen als Gottes Heiliges Volk anzunehmen. Unsere Welt ist die beste aller denkbaren Welten, zeigt Leonhard Bernstein in seiner Oper Candide. Je älter ich werde und je mehr Leid ich erfahren und gesehen habe, umso überzeugter bin ich von der dahinterstehenden Weisheit.

Auch die Gemeinde am Georgenberg ist gefordert, mit dieser bitteren Erkenntnis zu leben. Denn immer mehr Mitglieder Gründergeneration am Georgenberg, müssen heute als Behinderte klarkommen. Die Gemeinde wird so mit der Endlichkeit unseres Lebens, Sonntag für Sonntag konfrontiert. Den Georgenbergern geht viel verloren, wenn diese „Behinderten“ nicht mehr kommen können.

Ich denke, man muss ein gewisses Niveau erreichen, von dem an der Glaube und das Erkennen Gottes Freude macht. Das gelingt manchen in ihrem familiären Umfeld, anderen durch Kontakt zu Gläubigen, wieder anderen durch bittere Erlebnisse in ihrem Leben, so wie eben Margarethe Ottilinger. Gottes Wege sind so vielfältig wie es Menschen gibt.

Zur Erreichung dieses Niveaus ist jede Unterstützung sinnvoll und wünschenswert. Denn je mehr Menschen zum Glauben kommen, umso fruchtbarer wird das Umland für das Wachsen des eigenen Glaubens.

Auf Margarethe zurück zu kommen. Ich denke, für jeden Gläubigen ist es wichtig, nicht nur weise Wegweiser zu treffen, ebenso wichtig ist es, sich mit dem Leid zu konfrontieren. Und dazu helfen behinderte Menschen ohne jedes Zutun. Also ist es für die Gemeinde wichtig, auch den „Behinderten“ den Zugang zu ermöglichen.

Noch ein Gedanke, den ich im Evangelium (Mk 2, 1-12) gefunden habe. Jesus hatte in einem Haus Platz genommen und man brachte Kranke zu ihm. Er hat sie spontan geheilt. Das sprach sich schnell herum und bald war das Haus von Menschen umstellt.

Es kamen auch Menschen mit einem gelähmten Familienmitglied auf einer Tragbahre. Sie hatten keine Chance durch die Menschenmenge zu Jesus zu gelangen. Letztlich kamen sie auf die Idee, auf das Dach zu steigen, einen Teil der Decke wegzunehmen und die Bahre mit dem Kranken zu Jesus hinunter zu lassen. Ein behindertengerechter Zugang war geschaffen. So konnte Jesus auch deren Kranken heilen.

Man sieht, die Idee der Erweiterung der Kirche am Georgenberg um einen Lift wurde schon vor 2000 Jahren vorausgedacht. Wir sind also als Gemeinde gefordert, auch den Behinderten den Kontakt zu Jesus zu ermöglichen. Wir mussten dafür sorgen, dass die älter werdenden Gemeindemitglieder nach wie vor, den Georgenberg erreichen können. Das umso mehr, als wir in einer gesegneten Zeit leben, denn Behinderte werden und müssen sich nicht mehr verstecken. Sie finden zunehmend ihren Platz mitten in unserer Gesellschaft. Und geben so, durch das Ertragen ihrer Behinderung oder ihres Leids, ein wichtiges Zeichen dafür, wie Jesus die menschliche Gesellschaft, in übertragenem Sinne sein Volk Israel gedacht hatte.

Ich denke, Margarethe Ottilinger hat sich über den behindertengerechten Zugang zur Wotruba Kirche gefreut.

Sie hat ja im Zuge der Reflexion des Festes zu ihrem 100ten Geburtstag, der Gemeinde sogar einen Brief aus dem Jenseits zukommen lassen, in dem sie ihre Freude zum Ausdruck gebracht hatte.

Willi Puschmann

Ein dankbares Mitglied der Gemeinde am Georgenberg