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Ostersonntag

V o r b e r e i t u n g:

Zur Vorbereitung einer kleinen, ganz persönlichen Feier an diesem Ostersonntag, bitten wir Euch – nur wenn es für Euch passt – einiges herzurichten und bereit zu halten.

Und zwar:

° für jede/n einen kleinen Zettel mit einem Schreibstift,

° eine Kerze (und Zünder)

° und, wer will, stellt für jede und jeden ein Glas für einen Aperitif bereit.

https://youtu.be/fWZyayyUz2s

Liebe Gemeinde!

 Ist die Sonne heute aufgegangen? Natürlich. Vielleicht auch so, wie auf dem Bild ersichtlich. Auch wenn wir nicht immer den Sonnenaufgang sehen, so wissen wir, dass sie z.B. hinter den Wolken versteckt, doch aufgegangen ist.

 Ostern  können wir auch mit dem Sonnenaufgang in Verbindung bringen. Nach der Dunkelheit des Karfreitag erleben wir das Unglaubliche. Ist die Auferstehung unglaublich? Und was kann Auferstehung heute, in dieser Zeit, und für uns sein?

 Dem wollen wir in der Folge nachgehen, und zünden eine Kerze an.

Versuchen wir uns jetzt für die Feier vorzubereiten. Vergegenwärtigen wir uns, dass Gott unter uns sein möchte. Wir bekennen doch immer am Beginn unserer Feiern am Georgenberg: „Der Herr ist mitten unter uns“.

Dürfen wir das jetzt nicht auch annehmen? Wenn wir in seinem Namen beisammen sind, so ist er sicher unter uns. Und so dürfen wir seinen Namen anrufen. Nämlich:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Und so begrüßen wir euch herzlich.

 

Zu Ostern geht es wohl auch darum das Alte zurückzulassen.

Das Alte verbinden wir in diesem österlichen Zusammenhang mit dem Überholten oder dem Unentwickelten. Wir lassen Altes zurück in der Hoffnung, dass Neues werden kann.

 

° Lassen wir unsere Verurteilungen anderer zurück, um Verständnis für diese zu entwickeln.

kurze Stille

° Lassen wir allfälligen Argwohn zurück, um Vertrauen zu üben.

kurze Stille

°Lassen wir die Ängstlichkeit zurück, um für die Liebe offen zu sein.

kurze Stille

 

° Lassen wir …….  zurück …….

Vielleicht können wir jetzt überlegen, ob wir nicht auch etwas zurücklassen wollen, etwas, das uns ohnehin unangenehm ist.

Fragen wir uns auch, wonach wir uns sehnen, was wir uns wünschen, was wir statt dessen, was wir zurücklassen wollen, anstreben.

 

Wenn ihr wollt, dann nehmt den vorbereiteten Zettel und schreibt – nur für euch – etwas darauf, was ihr zurücklassen wollt.

Und dann – wenn ihr wollt – schreibt etwas auf, was ihr euch statt dessen wünscht.

Wenn ihr das getan habt, faltet den Zettel und steckt ihn ein.

https://youtu.be/7Fv7DAGQgJk

Gebet um Vergebung:

Guter Gott du kennst unseren „alten Menschen“ und du kennst auch unseren Wunsch, immer wieder neu zu werden. Verzeihe, was nicht liebevoll war und stärke unsere Bereitschaft neu zu beginnen. Darum bitten wir durch Jesus, den du auferweckt hast. Amen.

Weil Gott ein vergebender Gott ist, wollen wir ein Lied des Lobes hören, singen oder sonst irgendwie nachvollziehen: „Gepriesen sei der Herr“ (Georgenberger Liederbuch Nr. 24).

https://youtu.be/P9m8Mr5SzAM

 

Evangelium: Joh 20,1-9

https://youtu.be/0XfeAt9fWnc

Die Entdeckung des leeren Grabes:

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab;sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.

 

Gedanken zum Evangelium:

https://youtu.be/UvyQ8n8wZpg

„Denn sie verstanden noch nicht die Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste“ (Joh 20,9).

Verstehen wir die Schrift? Auch seinerzeit mussten sich die Menschen vertrauensvoll auf Jesus einlassen, um ihm folgen zu können.

Seitdem war es immer geboten, die Schrift im Kontext der Zeit zu lesen. Anders besteht die Gefahr, dass die Botschaft lebensfremd wird. So ist es wohl auch gegeben, die Schrift, dieses Evangelium und Ostern aus dem Kontext dieser schwierigen Zeit der Pandemie zu sehen.

In den Medien wird oftmals die Behauptung aufgestellt, nach der Corona-Krise wird die Welt eine andere sein. Und wie sie sein wird, das versuchen die Kommentatoren schon jetzt aus verschiedenen Sichtweisen zu beantworten. Z.B. aus gesellschaftlicher, aus wirtschaftlicher und aus politischer Sicht. In diesen Tagen hat eine namhafte Theologin die Frage gestellt, ob unser Glaube, unser Gottesbild und auch Ostern nach dieser Krise anders gesehen werden.

Der Glaube an die Auferstehung steht auch unter Christen auf schwachen Beinen. Die eigene Bildung, die Naturwissenschaften, die persönliche Unabhängigkeit von kirchlichen Vorschreibungen und die Selbstbestimmung des modernen Menschen werden dafür verantwortlich gemacht. Das Bedürfnis, sich dem Göttlichen zuzuwenden hat Luft nach oben. Zu welchem Gott auch? Lenkt Gott noch die Geschichte und die Geschicke der Menschheit? Und das nach Corona?

Wenn wir vom Gottesbild Jesu ausgehen, so ist es ein Gott, der dem Tod nicht das letzte Wort überlässt. Das Wirken Jesu ist mit seinem Tod nicht verworfen. Denn die Auferweckung Jesu ist das letzte Wort und die Antwort Gottes.

Und wir sind berufen, das zu feiern. Natürlich können wir das, in dieser Krisenzeit des Versammlungsverbotes, vor dem Fernsehapparat. Aber in der Taufe ist jede und jeder zum Priester berufen. Man wird schon verstehen, dass ein System, in diesem Fall das klerikale System, seinen Wirkungsbereich schützt. Wenn aber die Kleriker nicht da sind oder nur am Bildschirm, warum nehmen wir nicht unsere Erwählung zum Gemeinsamen Priestertum war? Durch die Taufe sind wir dazu berufen. In der Hauskirche, im kleinsten Rahmen, können wir uns durch eine ganz persönliche Feier bereichern und füreinander zum Zeichen werden. Das heißt, mit einem Fremdwort, zum Sakrament werden. Dazu möchte ich gerade jetzt ermuntern. Die Auferstehung Jesu wird in unser Leben kommen, wenn wir das lernen.

Ein Zweites wird aber dringend erforderlich sein, wenn wir fragen, ob nach der Krise sich etwas aus der Sicht des Glaubens verändert hat. Wenn wir das Gottesbild Jesu zulassen und annehmen können, wenn wir unsere selbstgemachten Gottesbilder gegen das Gottesbild der Evangelien einwechseln, dann führt das zum Bekenntnis, dass Gott sich der Armen, Schwachen und Stimmlosen besonders annimmt. Die Folge in und nach Corona muss sein, dass die Verlierer dieser Zeit unsere Zuwendung, unsere Unterstützung und unsere Stimme erfahren.

Das Reden von der Liebe ist schön, aber es ist nur glaubwürdig, wenn Taten folgen. Gerade in Zeiten von Corona. Dann wird Jesus lebendig unter uns sein.

Einladung: 

Fällt mir jetzt etwas ein, was ich für jemand anderen, für jemanden, der unter dieser Krise leidet, tun kann?

 

Ein paar Anregungen:

° ein Anruf bei ….

° einen Brief an ….

° ein ehrliches Lob für ….

° die Übernahme einer Arbeit im Haus, die ich sonst nicht mache und niemand so gerne macht

° einen Dank, für etwas aussprechen, das eigentlich als selbstverständliches angesehen wird.

In unserem Handeln lebt Jesus weiter. Auch in und nach der Corona-Krise.

Lied: „Alle meine Quellen entspringen in dir ….“ (Georgenberg Liederbuch Nr. 224)

https://youtu.be/a0RP4XQNJaY

Fürbitten, Danksagungen

So laden wir auch ein, Fürbitten und Danksagungen auszusprechen.

Wir geben hier bewusst nichts vor, weil wir glauben, dass es in unserer Gemeinde schon viel Erfahrung gibt. Außerdem denken wir, hat wahrscheinlich jede und jeder heute viele Anliegen, die sie/er selbst formulieren können und wollen.

Und vergessen wir in dieser Zeit diejenigen nicht, die besonders betroffen sind.

Meine/unsere Anliegen:….

 

Auch das Vater unser ist getragen von vielen Bitten. Beten wir dieses Gebet, in der Gewissheit, dass viele es beten und wir dadurch verbunden sind:

Vater unser ….

 

Nach diesem Gebet wollen wir uns, unserer näheren und weiteren Familien, allen in der Gemeinde, den Frieden wünschen: „Friede sei mit uns“.

https://youtu.be/05-XxMDNPus

Und so wollen wir beten:

Guter Gott,

mit der Auferweckung Jesu, hast du sein Leben, seine Botschaft und sein heilbringendes Handeln bestätigt. Wenn wir in unserem Reden und Tun sein Werk fortführen, dann ist er unter uns und lebt weiter. Stärke uns, Träger seiner Botschaft zu sein. Amen.

Dazu segne uns der gütige Gott,

der Vater durch den Sohn und im Heiligen Geist. Amen.

Bleibt im österlichen Frieden,

bleibt gesund.

Halleluja, Halleluja

Während wir das Lied De colores (mit der 3. Strophe von der Auferstehung) hören oder singen oder sonst irgendwie nachvollziehen,(Georgenberg Liederbuch 243)

wäre ein kleines Zeichen angebracht, nicht biblisch, aber aus unserer Zeit.

https://youtu.be/Ukfy_0d1xgc

Man nehme ein Glas, gefüllt mit einem Getränk

unserer Wahl, und erhebe es.

Dabei könnten wir sagen: „Christus ist auferstanden“

Und die Antwort ist: „Ja, er ist wahrhaft auferstanden“. 

 

Habt eine gute Zeit, das wünschen Euch Roswitha und Hubert

 

 

 

Kommentare

Vielen Dank für die guten Worte und Anregungen. Danke für das Gefühl der Verbundenheit.